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John F. Kennedy in 1961 gegen Geheimgesellschaften

In JOHN F. KENNEDY 1961-1963 on August 25, 2008 at 10:19 pm


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The President and the Press


Präsident John F. Kennedys Rede im Jahre 1961 vor der American Newspaper Publishers Association

Waldorf-Astoria Hotel
New York City, 27. April 1961


Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren!

Ich schätze ihre großzügige Einladung sehr, heute Abend hier zu sein.
Sie tragen schwere Verantwortung in diesen Tagen;  und ein Artikel, den ich vor einiger Zeit gelesen habe, erinnerte mich daran, wie besonders schwer die Bürden gegenwärtiger Ereignisse auf Ihrem Berufstand lasten.

Sie erinnern sich vielleicht, dass 1851 die New York Herald Tribune, finanziert und herausgegeben von Horace Greeley, einen unbekannten Journalisten namens Karl Marx als ihren Korrespondenten in London angestellt hatte.
Uns wird erzählt, dass Auslandskorrespondent Marx, völlig abgebrannt, mit  einer kranken u. unterernährten  Familie, ständig an Greeley und den Managing Editor Charles Dana appelliert hat, seine außerordentlich großzügige [Ironie]  Bezahlung von 5 Dollar pro Ausgabe zu erhöhen, eine Bezahlung, die er und Engels undankbar als den “lausigsten unbedeutenden bürgerlichen Betrug“ bezeichnet haben. [ Lachen, Beifall]

Als aber all seine Appelle abgelehnt wurden, sah sich Marx nach anderen Möglichkeiten des Lebensunterhalts und des Ruhmes um, beendete schließlich sein Verhältnis zur Tribune und widmete seine Talente ganztägig dem, was der Welt später als Samen des Leninismus und Stalinismus, der Revolution und dem Kalten Krieg übergeben werden würde. [Lachen, Beifall]

Wenn ihn diese kapitalistische New Yorker Tageszeitung nur freundlicher behandelt hätte, wenn Marx nur ein Auslandskorrespondent geblieben wäre, dann wäre die Geschichte möglicherweise anders verlaufen. Und ich hoffe, dass sich alle Verleger an diese Lektion erinnern werden, wenn sie das nächste Mal eine armselige Forderung für eine kleine Erhöhung der Auslagenrechnung von einem unbekannten Zeitungsmann empfangen.
usw. . . .


. . . Mein Thema heute Abend ist wichtiger für Publizisten und Herausgeber.

Ich möchte über unsere gemeinsame Verantwortung im Angesicht einer Gefahr reden, die uns alle betrifft.
Die Ereignisse der letzen Wochen haben vielleicht geholfen, diese Herausforderung zu erhellen; aber das ganze Ausmaß der Bedrohung hat seit vielen Jahren unter der Oberfläche gelegen.

Was auch immer unsere Hoffnungen für die Zukunft sind – entweder diese Bedrohung zu reduzieren oder mit ihr zu leben – es gibt keine Flucht vor ihr , weder vor ihrem Ausmaß noch vor ihrem Bedrohungspotential für unser Überleben und unsere Sicherheit – es ist eine Herausforderung , die uns auf aussergewöhnliche Weise in jeglicher Lebenssphäre konfrontiert.

Diese tödliche Gefahr für unsere Gesellschaft stellt zwei Ansprüche direkter Art sowohl an den Präsidenten als auch an die Presse – zwei Ansprüche, die fast widersprüchlich zu sein scheinen, die aber versöhnt und befriedigt werden müssen, wenn wir dieser nationalen und großen  Gefahr begegnen wollen.

Ich spreche zuerst über die Notwendigkeit größerer öffentlicher Information; und zweitens über die Notwendigkeit größerer amtlicher Geheimhaltung.

I.
Allein das Wort “Geheimnis” ist in einer freien und offenen Gesellschaft unannehmbar; und als Volk sind wir – historisch und von Natur aus – Gegner von Geheimgesellschaften, geheimen Eiden und anderen geheimen Vorgängen.

Wir entschieden schon vor langer Zeit, dass die Gefahren exzessiver Geheimhaltung „unpassender“ Fakten diejenigen Gefahren bei weitem überwiegen, die genannt werden, wenn es darum geht, diese Geheimhaltung zu rechtfertigen.

Auch heute hat es wenig Wert, den Gefahren, die von einer Geheimgesellschaft ausgehen, zu begegnen, indem man die gleiche unvernünftige Geheimhaltung imitiert, die sie pflegen.

Auch heute hat es kaum Wert, das Überleben unserer Nation sicher zu stellen, wenn unsere Traditionen nicht mir ihr überleben.

Und es gibt die große Gefahr, dass ein angenommenes Bedürfnis nach erhöhter Sicherheit von den Ängstlichen dazu benutzt wird, seine Bedeutung über die Grenzen amtlicher Zensur und Geheimhaltung auszuweiten.

Ich beabsichtige nicht, dies zu erlauben, soweit es in meiner Macht steht.

Und kein Beamter meiner Regierung, ob sein Rang hoch oder niedrig sei, zivil oder militärisch, sollte meine Worte von heute Abend als Entschuldigung dafür interpretieren, die Nachrichten zu zensieren, Widerspruch zu unterdrücken, unsere Fehler zu vertuschen, oder von der Presse oder der Öffentlichkeit Fakten fern zu halten, die sie zu wissen begehren.

Aber ich bitte jeden Herausgeber, jeden Chefredakteur und jeden Nachrichtenmann der Nation,  seine Gepflogenheiten erneut  zu untersuchen, und die Natur der großen  Bedrohung für unsere Nation wahrzunehmen.

Denn wir werden weltweit angegriffen von einer monolithischen und ruchlosen Verschwörung, die sich vor allem  auf verdeckte Operationen stützt, um ihren Einfluss auszudehnen – sie stützt sich auf Infiltration anstatt Invasion; auf Unterwanderung anstatt  Wahlen; auf Einschüchterung anstatt  freier Wahl; auf nächtliche Guerillaangriffe anstatt auf Armeen bei Tag.

Es ist ein System, das sich riesiger menschlicher und materieller Ressourcen verpflichtet hat und zu einem festen Knoten verband, zu einer hoch effizienten Maschine, die Operationen militärischer, diplomatischer, geheimdienstlicher, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und politischer Art verbindet.

Ihre Vorbereitungen sind geheim, nicht veröffentlicht.

Soweit John F. Kennedy 1961. Auch ein Motiv für seine Ermordung . . .

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